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03.03.2020
Wohnkonzepte auf den Prüfstand stellen

Ein selbstbestimmtes Leben im Alter am Heimatort: Das ist der Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger. Jeder Mensch muss dabei selbst entscheiden können, ob er in den eigenen vier Wänden alt werden möchte, ob er die Unterstützung eines Pflegedienstes in Anspruch nimmt, in einer Wohngruppe lebt oder ein Pflegeheim vorzieht. Im Barbinger Pfarrsaal stellte nun der Architekt Albrecht G. Walther Konzepte für das Leben und Wohnen im Alter vor. Walther ist Diplom-Ingenieur und Mitbegründer des Forum Generationengerechte Stadt in Bad Neustadt sowie Initiator und Berater zahlreicher namhafter Wohn- und Quartierskonzepte. Auf Einladung des Bildungswerk Kommunalpolitik Bayern (BKB) und Initiative der Freien Wähler/BürgerForum kam Walther nun nach Barbing.

Walther betonte, dass durch zukunftsgerichtetes Handeln heute die Grundlage für die eigene Zukunft geschaffen werde. Umso wichtiger sei es, sich mit dem Leben und Wohnen im Alter fundiert auseinanderzusetzen. Die Bevölkerung werde älter, aber nicht unbedingt kränker und pflegebedürftiger. Doch der Wohntrend zeige, dass nachfolgende Generationen im Alter „eher gemeinschaftsorientiert leben möchten“, wie der Architekt betonte. Im Bedarfsfall gelte es zudem, optimal versorgt zu sein. Eine der Kernthesen von Walther: Die Architektur müsse darauf mit gemeinschaftsfördernden Wohnanlagen reagieren.

Für Senioren würden verschiedene Wohnmodelle entstehen, aus denen ausgewählt werden könne. Gerade Wahlmöglichkeiten seien eine große Chance, „den individuellen Ansprüchen und den finanziellen Möglichkeiten im Alter gerecht zu werden“. Walther betonte, dass sich die neuen Wohnformen der Entwicklung moderner Bauweisen anpassen werden und „anders aussehen als diejenigen, die wir bisher kennen“. Verschiedene Formen stellte Walther in seinem äußerst informativen Vortrag vor.

Landrätin Tanja Schweiger bezeichnete es als „Zukunftsaufgabe“, passende Wohnformen im Bezug auf den demografischen Wandel anbieten zu können. Das Landratsamt unterstütze Senioren mit den verschiedensten Angeboten und Hilfestellungen. Hans-Peter Landsmann erklärte, dass er sich zusammen mit den Gemeinderatskandidaten der Freien Wähler/BürgerForum intensiv mit dem demographischen Wandel und der Gesellschaftsstruktur vor Ort auseinandergesetzt habe. Es brauche nun nachhaltige Pläne für die Zukunft der Gemeinde. Er spricht sich deshalb klar für die Erhebung des Bedarfs und der Machbarkeit verschiedener Wohn- und Pflegekonzepte aus.

Darunter fallen unter anderem ambulante Pflege in der eigenen Wohnung, Tagespflege, Betreutes Wohnen, Pflegeheim oder andere Formen. Der Vortrag soll, wie Landsmann betonte, erst der Auftakt für weitere Veranstaltungen sein. „Wir sind Albrecht G. Walther sehr dankbar für die vielen Informationen und Impulse, die wir nun gemeinsam besprechen und in unsere weitere Arbeit einfließen lassen“, so Landsmann.